
Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20.07.1944 sollten alle Mitglieder der Familie Graf Stauffenberg ausgerottet werden. Himmler drohte mit Sippenhaft bis ins letzte Glied, sie hätten schlechtes Blut.
Die Sippenhaft betraf alle Familien der am Umsturzversuch Beteiligten, ca 150 Personen, davon 40 Kinder unter 16 Jahren. Es waren Säuglinge und Kleinkinder darunter, die ältesten 13 Jahre alt. Es ist schwer vorstellbar, wie diese Nacht-und Nebelaktionen abliefen. Diese Kinder wurden in ein Heim in Bad Sachsa gebracht.
Man versuchte auf perfide Art, ihnen die Identität zu nehmen. Sie bekamen alle neue Namen und durften ihre richtigen nicht mehr benutzen.
Ein Junge in Lederhosen half sich damit, seinen eigenen eingestanzten Namen auf der Innenseite des Latzes umzudrehen und den anderen stumm zu zeigen. So erkannten einige ihre Verwandtschaft miteinander. Aus den Texten der Gedenkstätte ist auch die Begegnung von Uta von Treskow und Christa von Hofacker bekannt. Die beiden 12 und 13 Jahre alten Mädchen setzten sich über die Geheimhaltungsorder hinweg und konnten sich vertrauensvoll austauschen. So fanden sie heraus, dass im Heim Kinder lebten, deren Väter alle am Umsturzversuch des 20.07.1944 beteiligt waren.
18.04.2025b B.B.