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Emmenhausen und Esebeck

 

Zwei Gräber sind übriggeblieben von euch. 
Manchmal steht jemand davor. 

Liest: Unbekannter polnischer Soldat
Beinahe hättest du es geschafft!
Es war doch schon der 8. April 1945. 
Der Verwalter des Gutes in Emmenhausen soll dich erschlagen haben.
Vielleicht wollte er verhindern, dass du bald allen erzählst, wie brutal er war. 
Vielleicht wollte er nur Rache.
Vielleicht war er nur einfach ein Mörder. 
Nein, er war ein Mörder! 
Hat er büßen müssen? 
Wahrscheinlich nicht! 
Eher konnte er wie andere auch, sich reinwaschen, ein geruhsames Leben führen, ein untadeliger Deutscher sein, Karriere machen.
Wenn in einem Land Naziverbrecher Ministerpräsident werden konnten - warum sollte ein Mörder nicht weiter im Dorf weiterhin angesehen und geachtet leben? 

Jetzt stehe ich am Abend hinter deinem Grabstein und schaue über die Felder Richtung Esebeck.

So wie ich am Grab des Josef Wozniak in Esebeck vor ein paar Tagen gestanden habe.  Du hast einen Namen. Irgend jemand hat dein Grab einfassen lassen mit einer Steinumrandung. Dich hat man in der Krankenstation in Göttingen sterben lassen. Im März 1944. Du bist nicht namenlos und deine Nachfahren besuchen dein Grab. Die Häuser der Menschen im Dorf betreten sie nicht. Der Schrecken und die Angst sind geblieben. 

Jetzt ist wieder März, bald April! Eure Todestage jähren sich. 
Und auf den Friedhöfen blühen Schneeglöckchen und Buschwindröschen für euch.

18.03.2025 K.H.

Dieses Projekt wird gefördert von:

Projektleitung:

Svea Gockel-Zimmermann

Dieses Projekt ist Teil der „Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen“. Es wird gefördert durch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“

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